Feuerwehr Hofbieber
 
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Feuerwehr Hofbieber    

Einsatz am 20.02.2003
Dachstuhlbrand im Waldhaus

Ein Bericht vom Gemeinebrandinspektor

03.03.2003 - 16:55 Donnerstag 20.02.2003 14.40 Uhr. Die Bewohner des „Waldhauses Maria“, einem Ferienhaus am Fuße der Milseburg ca. 1,5 km Luftlinie von Kleinsassen entfernt, bemerken einen Brand im Obergeschoss. Schnell greifen Sie zum Handy und alarmieren die Feuerwehr.

Nach 8 Minuten trifft die Wehr aus Kleinsassen mit ihrem neuen TSF-W, mit 750 l Wasser an Bord, ein. Sie kann den Zimmerbrand schnell unter Kontrolle bringen. Die mitalarmierte Feuerwehr aus Hofbieber beginnt mit dem Wasser des TLF 16/25, die letzten Glutnester abzulöschen. Der ebenfalls mitalarmierte Notarzt Dr. Karges kann wieder abrücken, da Niemand verletzt wurde. Um 18.00 kann der GBI den Befehl geben „Wasser halt, zum Abbau fertig“.

Doch weit gefehlt!

Die Milseburg hat sich, wie der Rest der Rhön mit einem dicken Eis- und Schneepanzer umhüllt und ist zurzeit eine wahre Augenweide.

Schön für jeden Wanderer. Nicht so schön für die Geschädigten und die anrückenden Rettungskräfte.

So musste der 14 jährige Sohn nach Bemerken des Brandes, zu Fuß, durch den hohen Schnee ins „Tal“ rennen, um von dort die Feuerwehr alarmieren zu können. In der Zwischenzeit hatte die 42 jährige Mutter verzweifelt versucht noch einige Habseligkeiten aus dem Haus zu schaffen. Dabei wurde Sie vom Feuer überrascht und Ihr blieb nur noch ein Sprung aus dem Fenster, um Ihr leben retten zu können. Sie verletzte sich schwer.

Die Feuerwehr aus Kleinsassen musste schnell erkennen, dass ein Durchkommen trotz Differentialsperre am Fahrzeug, nicht möglich war. Erst das Tanklöschfahrzeug der FF Hofbieber, mit Allrad und Schneeketten ausgerüstet, schaffte es zur Einsatzstelle vorzudringen. Gemeindebrandinspektor Matthias Kempf konnte Dank guter Ortskenntnis bereits zu Fuß den Anfahrtsweg markieren.

Auf dem Weg zum Brandobjekt gab der Rettungshubschrauber - auf dem Flug nach Seiferts - über Funk weiter, dass es sich bereits um einen Dachstuhlbrand handelt. Mithilfe der Besatzung des TLF war es möglich die verletzte Bewohnerin zu betreuen und einen Innenangriff durchzuführen.

In der Zwischenzeit hatte der GBI veranlasst, dass der gemeindeeigene Unimog zum Schneeschieben herangezogen wird. Mit Ihm konnte dann auch der Notarzt Dr. Karges und der Rettungsdienst zur Einsatzstelle gebracht werden.

Die verletzte Frau musste mit dem Rettunghubschrauber ins Krankenhaus geflogen werden.

Von der Bieber in der Nähe des Grillplatzes „Liegewiese“ wurde mit den Wehren aus Niederbieber, Langenbieber, Kleinsassen und Danzwiesen eine lange Wegstrecke aufgebaut. Mit dem Schlauchwagen der Feuerwehr Hofbieber war kein Durchkommen möglich, sodass dieser kurzerhand ins Schlepptau des Unimog genommen, und Richtung Einsatzstelle gezogen wurde.

An der Brandstelle ging das Wasser schneller aus, als die Wasserversorgung aufgebaut werden konnte, sodass ein Wiederaufflammen nicht vermeidbar war. Hier konnte auch das nachalarmierte Tanklöschfahrzeug 24/50 der FF Fulda nichts mehr ändern.

Um der „Einbahnstrasse“ Richtung Einsatzstelle Abhilfe zu schaffen, wurde kurzerhand ein Weg quer durch eine Wiese per Schneeschieber hergestellt. Hierüber lief dann auch die Versorgung mit geländetauglichen Gemeinde- und Privatfahrzeugen, sowie Traktoren mit Anhänger.

Das Brandobjekt erwies sich als äußerst hartnäckig. Immer wieder entzündete sich die Decke des Obergeschosses (gefüllt mit Kohleasche und Schilfgeflecht). Unter der Leitung von KBI Schmitt und GBI Kempf konnte zwar schnell „Brand unter Kontrolle“, aber noch lange nicht „Feuer aus“ gemeldet werden. Zur Ablösung der durchgefrorenen und abgekämpften Einsatzkräfte wurden die Feuerwehren aus Allmus, Traisbach und Wiesen nachalarmiert.

Die FF Fulda musste mit dem Abrollbehälter Atemschutz / Strahlenschutz anrücken, um die Einsatzkräfte mit neuen Atemschutzgeräten versorgen zu können.

Die FF Kleinsassen hatte vom Bürgerhaus aus die Versorgung mit heißen Würstchen und Getränken organisiert.

Gegen 23.00 Uhr konnte die lange Wegstecke wieder abgebaut werden und der Großteil der Kräfte abrücken.

In der Nacht und am darauf folgenden Morgen musste noch mehrmals ein Wiederaufflammen von Glutnestern verhindert werden.

Die Aufräum- und Reparaturarbeiten werden die Feuerwehren noch einige Zeit beschäftigen. Eingefrorene Schläuche müssen aufgetaut und getrocknet, Atemschutzgeräte gereinigt und defekte Gerätschaft repariert werden.

Alles in Allem ein riesiger Personal- und Geräteaufwand für einen eigentlich „einfachen“ Einsatz, wäre da nicht der Schnee und die eisige Kälte gewesen. Doch Dank des tatkräftigen Einsatzes der Feuerwehren der Gemeinde Hofbieber wurde auch diese Aufgabe gemeistert.

Bericht von Mathias Kempf, GBI Hofbieber

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